Die Korbschlampen in Berlin

Von allen Basketball-Turnieren ist uns Berlin das beliebteste, nirgendwo sonst sind wir häufiger angetreten. Wir haben dort einen kompletten Satz Medaillen gewonnen. Als die Berliner nach 2 Jahren Pause dieses Jahr wieder zum Turnier luden, war
klar, dass wir wieder hinfahren würden. Da ein Großteil unserer besten Spieler mitfuhren und wir mit 8 Spielern auch nicht allzu knapp besetzt waren, waren unsere Erwartungen groß: ins Halbfinale zu kommen und dann mal schauen!
Start war gegen eine von drei Mannschaften aus Paris - die waren zwar etwas unbequem, aber letztendlich überraschend ungefährlich und so wurde der 28:17 Sieg souverän eingefahren. Die nicht ganz ausgegorene Spielplanung verpasste uns dann vier Spiele Pause. In dieser Zeit konnten wir zwar unsere nächsten Gegner beobachten aber bis zum Start unseres zweiten Spiels waren unsere Körper eher wieder im Ruhemodus, insbesondere bei denen von uns, welche die erste Nacht in Berlin weniger zum Schlafen genutzt hatten.
Zweiter Gegner war Vorspiel Berlin, eine starke Mannschaft, die auch im Ligabetrieb spielt. Daher war unser Plan, nur mit unseren besten Spielern anzutreten. Aber schnell war klar: gegen diese Mannschaft haben wir heute keine Chance! Wir spielten stark verunsichert und teilweise etwas planlos. Die gegnerische Mannschaft machte uns schwer zu schaffen. In der zweiten Spielhälfte schaltete Berlin einen Gang runter und so kam es zu einem 25:29. Zum Glück bekamen wir als nächsten Gegner die etwas einfacheren Amsterdam Tigers Red, gegen die wir eigentlich immer gewinnen. Das 27:6 Endergebnis war eindeutig.

Nach diesem Spiel wurde schnell ausgerechnet, dass das Halbfinale noch drin ist, wenn wir auch unser nächstes Spiel gegen die London Knights gewinnen. In einem sehr zähen, körperbetonten und punktarmen Spiel (1:0 für uns nach 5 Minuten!!!) wurden mehr Punkte wegen Fouls generiert als durch Körbe. Kurz vor Spielende lagen wir 12:15 im Rückstand und erhielten drei Punkte wegen einem Foul und einem technischen Foul. Die Verlängerung war zum Greifen nah. Jedoch nur Sekunden später erzielte London den 15:17 Siegtreffer durch einen Fast break.
Direkt im Anschluss spielten wir im Halbfinale um die Plätze 5 bis 8 gegen Amsterdam Tigers Black. Der 27:20 Sieg war souverän und nie gefährdet. Zum Schluss standen wir Paris White gegenüber. Die ersten Minuten spielten wir fast gleichauf, ein paar kleine Fehler auf unserer Seite verschaffte ihnen einen leichten Vorsprung. Nach einem Time-out überraschten sie uns mit einer Serie von 3 Punkten-Treffern, während unsere Angriffe ergebnislos verliefen. Zur Halbzeit war ein Sieg in weiter Ferne. Wir wollten in den zweiten 10 Minuten wenigstens nochmal näher herankommen. Insgesamt gelang uns zwar ein besseres Spiel, aber wir verloren trotzdem deutlich 15:27. Passend zum enttäuschenden 6. Platz ließen wir den Abend bei einem geschmacklich ebenfalls enttäuschenden Italiener (mit kitschiger Grotten-Dekoration) ausklingen, aber wir konnten unsere gute Stimmung schnell zurückgewinnen und den letzten Abend in fröhlicher Runde genießen.

Bild: Basketball